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Die Insel des Dr. Moreau ist ein 1896 erschienener Roman des englischen Schriftstellers H. G. Wells. Der Roman enthält Elemente der Science Fiction-, der Horror- und der Abenteuerliteratur. Die erste deutsche Übersetzung erschien 1904.

Handlung[]

1887 im Südpazifik: Edward Prendick, ein englischer Privatier, erleidet Schiffbruch und wird als einziger überlebender Insasse eines kleinen Rettungsboots von dem Arzt Montgomery vor dem Tod bewahrt.

Edward Prendick kommt an Bord des Schoners Ipecacuanha, der eine Ladung Tiere mit sich führt. Der Schoner erreicht eine Insel, die dem Biologen Dr. Moreau als Station dient und Montgomery nimmt Edward Prendick mit auf die Insel.

Dr. Moreau ist für Prendick kein Unbekannter, denn es heißt, dass dieser wegen fragwürdiger Experimente England verlassen musste.

Die Vorgänge in der Forschungsstation werden Prendick unheimlich und so beginnt er unerlaubte Erkundigungen.

Dabei stößt Prendick eine Reihe von eigenartigen, mehr oder weniger menschlich aussehenden Lebewesen. Diese Wesen haben aufrechten Gang, Sprache und andere menschliche Züge und haben Dr. Moreau als Gott zu verehren.

Von Entsetzen erfüllt glaubt Prendick, dass Dr. Moreau Menschen mittels Vivisektion [operativer Eingriff am lebenden Organismus] zu tierähnlichen Wesen macht und ihm das gleiche Schicksal drohen wird.

Doch von Dr. Moreau persönlich erfährt Prendick die nicht minder schauderhafte Wahrheit: Der Wissenschaftler verwandelt nicht Menschen in Tiere, sondern Tiere in menschenähnliche Mischwesen. Da er in England in Ungnade gefallen war konnte er nur auf diese Insel seine Experimente fortsetzen.

Die Tiermenschen haben sich an bestimmte Regeln zu halten, ansonsten würden sie Nachbehandlungen erdulden müssen.

Doch dann gerät alles außer Kontrolle...

Hintergrund[]

Bereits 1895 kritisierte H. G. Wells in seinem spekulativen Aufsatz "Grenzen der Plastizität des Indiviuums" (orig. "The Limits of Individual Plasticity") die Vorstellung, Lebewesen seien auschließlich aus ihrer genetischen Abstammung zu verstehen. Er brachte das Argument vor, durch chirurgische, chemische und psychologische Manipulation könnten Lebewesen, inklusive Menschen, in einem sehr hohen Grad geformt und verändert werden.

Die Passagen des Aufsatzes wurden fast wörtlich in dem Roman übernommen.

Die Figur des Dr. Moreau wurde ein Sinnbild des skrupellosen Forschers, der sich im Namen der Wissenschaft an wehrlosen Lebewesen vergreift.

Im Roman wird die Frage behandelt, was denn den Menschen zu einem Menschen und ein Tier zu einem Tier macht.

Adaptionen[]

  • Bisher wurde das Buch dreimal frei verfilmt:
    • Die Insel der verlorenen Seelen (1932), mit Charles Laughton als Dr. Moreau
    • Die Insel des Dr. Moreau (1977), mit Burt Lancaster als Dr. Moreau
    • DNA – Experiment des Wahnsinns (1996), mit Marlon Brando als Dr. Moreau
  • Der 1959 veröffentlichte Film Terror is a Man ist ebenfalls von der Geschichte inspiriert, ohne allerdings Wells als Referenz zu nennen. In Deutschland wurde der Film nie gezeigt.
  • In einer Halloween-Folge der Zeichentrickserie "Die Simpsons" wird das Buch parodiert.
  • Das Buch diente als Basis für eine Comic-Adaption von Dobbs und Fabrizio Fiorentino.