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Herbert George Wells (meist abgekürzt H. G. Wells; * 21. September 1866 in Bromley; † 13. August 1946 in London) war ein englischer Schriftsteller und Pionier der Science-Fiction-Literatur. Wells ist in Deutschland vor allem für seine Science-Fiction-Bücher bekannt, hat aber auch zahlreiche realistische Romane verfasst, die im englischen Sprachraum nach wie vor populär sind.

Leben[]

Herbert George Wells wurde am 21. September 1866 im Londoner Vorort Bromley geboren. Sein Vater, Joseph Wells, unterhielt eine kleine Eisenwarenhandlung und war ein begeisterter, berufsmäßiger Cricketspieler. Seine Mutter war vor ihrer Ehe als Hauswirtschafterin tätig. Die Familie lebte in bescheidenen Verhältnissen.

In seinen frühen Jahren hatte seine Mutter einen starken Einfluss auf ihren Sohn.

Erhielt mit 16 Jahren eine Stellung als Hilfslehrer im Progymnasium in Midhurst.

Erhielt 1884 ein Stipendium von einer Guinee in der Woche in der Normal School of Science, jetzt das Imperial College of Science, in South Kensington, London.

Studierte drei Jahre lang Physik, Chemie, Geologie, Astronomie und Biologie.

Kam 1887 über George Bernard Shaw in Kontakt mit der Fabian Society, wurde ihr Mitglied und engagierte sich in der Folge in der neu gegründeten Labour Party. Durch seine dortigen Aktivitäten verpasste er sein Abschlussexamen.

Schrieb die Geschichte The Chronic Argonauts, deren Erfolg ihn ermutigte, weiter schriftstellerisch tätig zu sein.

Juli 1888 kehrte Wells nach London zurück und wurde 1889 Mitglied des Lehrerkollegiums der Henley House School in Kilburn.

Bestand im Oktober 1890 mit Auszeichnung seine akademische Prüfung in Zoologie an der Londoner Universität.

War von 1891 bis 1893 Tutor für Biologie am College für Fernstudium der Universität. Nach Studienabschluss war er Mitbegründer der "Royal College of Science Association" und ihr erster Präsident.

Schrieb 1891/92 verschiedene Beiträge für Zeitschriften, zum Teil auf dem Gebiet des Erziehungswesens.

Veröffentlichte 1892 seinen Roman Die Zeitmaschine.

Es folgten noch weitere Romane, wie Die Insel des Dr. Moreau, Der Unsichtbare, Der Krieg der Welten, Die ersten Menschen auf dem Mond, Die Riesen kommen! und viele weitere Artikel und Kurzgeschichten.

1903 trat Wells der Fabian Society bei, zu der er lange schon Kontakte gepflegt hatte. Wie viele liberale und sozialistische Intellektuelle seiner Zeit war Wells Anhänger der Eugenik. Verließ 1906 die Society.

Ebenfalls 1906 reiste er zum ersten Mal in die Vereinigten Staaten. 1909 zog er nach London und kaufte 1912 ein Haus in Easton Park in der Nähe von Dunmow, Essex.

Wells unterstützte den Ersten Weltkrieg und nannte ihn den "Krieg zur Beendigung aller Kriege".

1920 besuchte Wells Sowjetrussland und nahm 1921 an der Washingtoner Konferenz teil.

1939 setzte H. G. Wells eine Diskussion um die Menschenrechte im Gang und setzte sich für die Abschaffung der Monarchie ein.

Traf 1940 auf seiner letzten USA-Reise Orson Welles, der am 30. Oktober 1938 seinen Roman vom Krieg der Welten zu einem Hörspiel adaptiert und damit in New York einige Verwirrung wegen der befürchteten Landung Außerirdischer ausgelöst hatte, die oft als "Massenpanik" überliefert wird.

Für H. G. Wells stellte der Zweite Weltkrieg die Bestätigung dar, dass die Menschheit die Herrschaft über die von ihr selbst entfesselten Kräfte verloren hatte und unaufhaltsam der eigenen Vernichtung entgegentrieb.

Seit 1943 war H. G. Wells Ehrenmitglied der American Academy of Arts and Letters.

H. G. Wells starb am 13. August 1946 in seinem Londoner Heim.

Ehen, Beziehungen und Nachkommen[]

H. G. Wells heiratete 1891 seine Cousine Isabel Mary Wells. Die Ehe wurde 1894 geschieden. Es gingen keine Kinder hervor.

H. G. Wells heiratete 1895 seine frühere Schülerin Amy Catherine Robbins. Die Ehe endete mit ihrem Tod im Jahr 1927.

Aus seiner zweiten Ehe gingen drei Kinder hervor:

  • George Phillip "G. P." Wells (1901–1985)
  • Frank Richard Wells (1903–1982)
  • Anna-Jane Kennard Wells (1909–2010)

Mit Rebecca West, die seine Geliebte wurde, bekam H. G. Wells einen Sohn:

  • Anthony West (1914–1987)

Von 1910–1913 hatte H. G. Wells eine Beziehung mit Elizabeth von Arnim.

In den 1930er Jahren lebte H. G. Wells mit der russischen Baronin Moura Budberg zusammen, die ihn während seiner letzten Lebensjahre pflegte.

Der britische Regisseur Simon Wells ist der Urenkel von H. G. Wells.

Werke[]

Romane (Auswahl):

H. G. Wells in der Science-Fiction[]

Romane[]

  • 1979: Flucht ins Heute von Karl Alexander: H. G. Wells gelingt es eine Zeitmaschine zu konstruieren. Doch diese nutzt ein Freund, der sich als Jack the Ripper entpuppt, um in die Zukunft zu fliehen. Wells bedient dann selbst die Maschine und folgt Jack the Ripper in die Zukunft.
  • 1984: Elleander Morning von Jerry Yulsman: Es kommt zum Treffen zwischen Elleander Morning und H. G. Wells.

Filme und Serien[]

  • seit 1963: Doctor Who – In dem 1985 ausgestrahlten Zweiteiler "Timelash" tritt ein junger H. G. Wells auf.
  • 1979: Flucht in die Zukunft, Regie: Nicholas Meyer – H. G. Wells reist mit seiner Zeitmaschine in die Zukunft, um Jack the Ripper zu jagen.
  • 1993-1997: Superman – Die Abenteuer von Lois & Clark – H. G. Wells tritt in vier Folgen als Zeitreisender auf, der Superman und Lois Lane im Kampf gegen den zeitreisenden Schurken Tempus unterstützt.
  • 2009-2014: Warehouse 13 – H. G. Wells tritt als Frau auf, deren voller Name Helena G. Wells lautet.
  • seit 2016: Legends of Tomorrow – In der elften Episode "Die glorreichen Acht" rettet Professor Martin Stein, einer der Hauptprotagonisten, in der Wildweststadt Salvation des Jahres 1871 einen kleinen Jungen vor dem Tod. Dieser Junge stellt sich als H. G. Wells heraus.

Einzelnachweise[]